1826 Malaria-Epidemie

1) Vorwort
- Die Stechmücke wurde in einem 79 Millionen Jahren alten, Bernsteinfossil gefunden.
- Es existieren weltweit fast 4.000 und europaweit über 100 Stechmückenarten.
- Von der Stechmücke Anopheles existieren weltweit über 400 und über 40 Arten sind Überträger des Malaria-Virus.
- Die Stechmücke ist deswegen so tückisch, weil Viren, Bakterien, Würmer und Parasiten übertragen werden können.
- Mit Ausnahme der Antarktis sowie entlegenen, nicht von Menschen besiedelten Inseln, kommt die Stechmücke weltweit vor.
- Bis weit ins 18. Jahrhundert hinein wurde angenommen, dass für plötzliche Erkrankungen und Todesfällen hierfür eine krankmachende Luft verantwortlich seien: Mal aria.
- Nachweise des Malaria-Virus jüngeren Datums wurden in ägyptischen Mumien sowie in indischen und chinesischen Schriften entdeckt.
- Alle Weltreligionen (Bibel, Koran & Tora) kennen die Mücke als einer der Plagen. Gründe hierfür lagen wohl in einem durch einem Vulkanausbruch verursachten Algenblüte am Nil mit Sterben der natürlichen Fressfeinde (Fische & Frösche) der Mücke.
2) Begriffserklärung
- Die Malaria ist ein Virus, welches von infizierten (Durch Parasiten), weiblichen Mücken namens Anopheles u.a. auf den Menschen übertragen werden kann. Die Malaria ist mit Ausnahme von Blutübertragungen (Transfusionen, gemeinsames Drogenbesteck oder Plazenta bei der Geburt) nicht von Mensch zu Mensch übertragbar.
- Die Malaria hat im deutschsprachigen Raum auch die Namen: Wechselfieber, Küstenfieber, Sumpffieber oder Marschenfieber.
- Die Malaria stammte ursprünglich aus den tropischen Gebieten Schwarzafrikas (Quote: 90%) und wanderte mit den Mücken als "Kulturfolger" des Menschen an die Küsten des Mittelmeers und nach Europa.
- Die Mücke als "Kulturfolger" des Menschen wanderte auch mit dem Ausbau globaler Schifffahrts-Verkehrswege (Suche nach einer Westindien-Passage oder den Gewürzinseln sowie der Eroberung Südamerikas) ab dem Jahr 1492 in andere Kontinente ein.
- Die Malaria wird begünstigt durch warme bis heiße Wetter-Phasen. Bei mittleren Temperaturen von 23-24 Grad Celsius breitet sich die Malaria innerhalb eines Zeitraums von 10-12 Tagen, aus. Bei mittleren Temperaturen von 18-19 Grad Celsius beträgt der Zeitraum mind. 35 Tage.
- Die Malaria bevorzugt z.B.: Sumpfgebiete, Moore oder Hochmoore, Teiche, Becken, Flusstäler, Auen, stehende Gewässer sowie Überflutungsgebiete.
- Obwohl die Malaria ein ursprünglich tropisches Virus ist, kam es ab der Antike zu Epidemien u.a. im römischen Reich oder an den Küsten der Levante. Gründe hierfür waren z.B.: kriegerische Auseinandersetzungen, Bildung von Kolonien und vor allem: Das Fehlen von Fressfeinden durch Überfischung (Fische, Frösche), dem Zusammenbruch von Nahrungsketten mit dem Fehlen von Fressfeinden oder Algenblüten.
- "Seuchen-Hauptstadt" war Rom. So vermieden z.B. gekrönte deutsche Kaiser im Heiligen römischen Reich deutscher Nation eine Sommerreise nach Rom, um sich auch den päpstlichen Segen für die Kaiserkrönung einzuholen.
- Im Jahr 2024 gab es weltweit 282 Millionen Erkrankungen und 610.000 Todesopfer.
- Prominente Todesopfer waren z.B.: Alexander der Große, Westgotenkönig Alarich, Ostgotenkönig Theoderich und einige Päpste.
- Mit dem Beginn der spanischen Invasion und Eroberung Mittel- und Südamerikas ab 1517 wurde im 17. Jahrhundert der Wirkstoff Chinin entdeckt. Die indigenen Völker in den Anden nannten das Mittel "Quina". Das Mittel wird aus dem Chinarindenbaum gewonnen.
- Ein weiteres Heilmittel nutzen die Chinesen seit 2.000 Jahren mit einer Pflanze namens einjährigen Beifuß.
- Die Todesfälle gehen - sofern dies nicht auf multiples Organversagen oder durch den Zusammenbruch des Immunsystems durch den Zerfall roter Blutkörperchen geschieht -, zumeist auf Folgeerkrankungen der Malaria zurück. Krankheiten wie Hepatitis, Grippe, Pest, Ruhr, Typhus sowie Pocken oder Masern (bei Kindern) beenden das begonnene Werk der Malaria. Einen gewissen Schutz vor Malaria bat eine vorherige, durchgemachte Infektion. Ein hochwirksamer Impfstoff existiert nicht!
3) Malaria-Epidemie von 1826
- Vor allem Schleswig-Holstein sowie die Nordseeküste wurden 1826 von einer verheerenden Malaria-Epidemie getroffen. Hintergrund hierfür war der außergewöhnlich milde und stürmische Winter 1824/25.
- Die deutsche Nordseeküste wurde z.B. am 31.10., 03.11., 15.11. und 21.12.1824 sowie 03.01., 03.02.1825 von Stürmen und Sturmfluten getroffen.
- Die Folgen waren Deichbrüche, Dünenverluste sowie der Untergang einiger Halligen bzw. Siedlungen. Die zum Teil zerstörte Infrastruktur sowie ein heißer Sommer 1826 bildeten den perfekten Nährboden für eine Malaria-Epidemie. Nach dem Ende der Epidemie im Jahr 1827 waren knapp 1/³ der Bevölkerung sowie 50% der Kinder Schleswig-Holsteins durchseucht.
- Weitere Epidemien fanden u.a. 1557/58, 1783, 1918 sowie im Nachkriegs-Deutschland, statt. Freilich gab es mit Sicherheit weitere Epidemien seit der Antike, jedoch kann die Malaria als alleiniger Krankheits-Marker nicht eindeutig identifiziert werden.
- Infolge der zahlreichen weiteren Epidemien begann der Mensch, die Mückenbrutstätten durch Flussregulierungen, Trockenlegungen von Sümpfen und Mooren sowie Kanalisierung zu zerstören. Die Verbesserung der Wohnhygiene sowie Verstädterung trugen ebenfalls dazu bei, dass seit dem Jahre 1950 keine Epidemien in Deutschland stattfanden.
- Nicht zu vergessen sind Insekten-Vernichtungswaffen namens Insektizide.
4) Das gefährlichste Tier auf der Welt: Die Mücke
- Dengue
- Hepatitis
- Chikungunya
- Malaria
- West-Nil Fieber
- Zika