Die Entdeckung Amerikas

 

Dieses Bild stammt von der Künstlerin Sabine Andrea Kästel (Homepage: www.skphoto.de), die mir freundlicher Weise das Bild zur Verfügung stellte. 

 

 

Generell gestalten sich archäologische Arbeiten sehr schwierig! Zweifelsohne wurde der amerikanische Doppelkontinent noch vor dem Ende der letzten Eiszeit besiedelt. Die Schwierigkeit bei der detektivischen archäologischen Beweisführung ist der Tatsache geschuldet, dass der Meeresspiegel durch die im Eis und in den Gletschern gebundenen Wassermassen, um mind. 100 Meter niedriger als zum jetzigen Zeitpunkt lag! Demzufolge liegen ehemalige Landbrücken (U.a. Beringia) und Küstenlinien numehr, komplett unter Wasser. Hier können forensische Untersuchungen von Bodensedimenten Abhilfe schaffen!

 

Gemäß einer älteren Theorie wurde der amerikanische Doppelkontinent vor 15.000 bis 16.000 v. Chr. durch eine Gruppe von sibirischen Einwanderen über die Landbrücke der Beringsee erobert. Diese Theorie wurde durch DNA-Vergleiche, archäologische Funde, Konchenfunden, Pollenproben, Sedimentproben im Jahre 2015 widerlegt!

 

Über die Besiedelungsrouten gibt es jedoch unterschiedliche Theorien. Eine dieser Theorien ist die folgende:

 

Demnach erfolgten einer schlüssigen Theorie zufolge 3 Einwanderungswellen von Sibirien aus!

 

  1. Vor ca. 22.000 v. Chr.: Nordkanada und Grönland wurden über die Landbrücke der Beringsee besiedelt. Die Nachfahren dieses sibrischen Nomadenvolkes bilden die Inuit!
  2. Vor ca. 22.000 bis 18.000 v. Chr.: Sesshaftigkeit des sibirischen Nomadenvolkes auf der Beringia-Landbrücke aufgrund versperrenden Gletscher vor Alaska!
  3. Vor ca. 15.500 bis 12.600 v. Chr.: Nach einer "erzwungenen" Seßhaftigkeit von knapp 8.000 Jahren (wegen des Eispanzers:Laurentidischer Eisschild) und dem Rückzug des Eisschildes wurde sodann das restliche Nord- und anschließend Mittel- und Südamerika auf dem Landweg (Eisfreier Korridor) erobert! Knochenfunde in Chile wurden auf das Jahr 12.600 v. Chr. datiert!
  4. Vor ca. 13.000 v. Chr.: Südamerika wurde auf dem Seeweg entlang der fisch- und nahrungsreichen "pazifischen Route" erobert! 
  5. Ein genetischer Zusammenhang zwischen ozeanischen und den amerikanischen Ureinwohnern wurde im Übrigen dadurch erklärt, dass auf den isolierten Gebieten (Neuguinea oder Australien) ein geringerer DNA-Austausch erfolgte als auf dem amerikanischen Doppelkontinent!

 

Die Höhlenmalereien in der brasilianischen Serra da Capivara: Einer anderen Theorie zufolge wurde der südamerikansiche Kontinent vor ca. 30.000 Jahren von Westafrika aus, besiedelt! Als Beweise sollen hierfür Knochenfunde, Sedimentproben, Tausende beeindruckende Höhlenmalereien (U.a. Boote) dienen, welche afirkanischen Ursprungs sein könnten! Der absolute finale Beweis fehlt allerdings (noch)!

 

Die neuzeitliche Entdeckung des amerikanischen Doppel-Kontinents wurde im allgemeinen Christopher Kolumbus zugeschrieben, welcher am 12.10.1492 die Neue Welt betrat. 

 

Fast 500 Jahre vor Kolumbus´ Entdeckung gelang es jedoch den Wikingern unter Führung von Leif Eriksson (Sohn von Erik des Roten) sowie einer Erkundungsmission, um das Jahr 1000 nordamerikanischen Boden zu betreten. Leif Eriksson wurde vom Kaufmann Bjarni Herjolfsson inspiriert, welcher nach Grönland wollend vom Kurs abgekommen ist und von einem unbekannten und fruchtbaren Land berichtete!

Bewiesen ist diese Entdeckungsreise durch die Einkehr in isländischen & skandinavischen Sagen sowie archäologischen Funden u.a. in L´Anse aux meadows, welche mittlerweile zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören!

 

In Tanfield Valley (Südost-Küste der Baffin Insel), L´Anse aux meadows wurden außerdem noch folgende archäologische Funde gemacht: Fundamente aus Steinen, Feuerstellen, Latrinen, Schnitzereien, Schnüre, Garne, Wetzsteine, Bronzenadeln, Sediment-Ablagerungen (z.B.: Überreste europäischer Ratten), Ringnadeln, Specksteine, Eisenschlacke, Puppen. Die archäologisch freigelegte Stätte umfasste Schätzungen zufolge 8-9 Gebäude und beherbergte 70-90 Personen.

 

In den Wikinger sowie isländischen Sagen werden u.a. zu folgenden Orten Bezug genommen:

  • Helluland (Steinland)
  • Markland (Waldland)
  • Vinland (Weinland oder Weideland)
  • Bjarney (Bären-Insel)
  • Furtustrandir sowie Kap Cod (Wunderstrand)
  • Straumsöy (Land der Strömungen)
  • Straumsfjordr (Fjord der Strömungen)
  • Höp (Kleine Meerenge)

 

Leifsbudir war der Name der ersten Wikinger-Siedlung auf nordamerikanischen Boden. Die Wikinger errichteten Siedlungen sowie Handelsposten und betrieben regen Handel mit den nordamerikanischen Ureinwohnern!

 

Wenige Jahre später wurde von einer dauerhaften Besiedelung abgesehen, weil neben den Konflikten mit den Ureinwohnern sowie Familienzwistigkeiten, auch die weit entfernten Nachschubwege sowie ein Frauenmangel eine Rolle spielten!

 

Annalen berichten z.B. von einer Fahrt aus dem Jahr 1121 des Bischofs Erik Gnupsson, dessen Schicksal ungeklärt ist. Archäologen entdeckten an der Küste von Maine eine Silbermünze des norwegischen Königs Olaf III (Regent von 1067-1093) an den Überresten einer alten Indianersiedlung. Eine isländische Chronik zeugt von einer Überfahrt aus dem Jahr 1347.

 

In Betracht kommen folgende Besiedlungen & Erkundungsfahrten der Wikinger:

  • Neufundland
  • Labrador
  • Baffin-Insel
  • Neu England
  • Neu Schottland
  • Sankt Lorenz-Golf

 

Weitere mögliche Entdeckungen der "Prä-Kolumbus" Ära

 

Es handelt sich hierbei um mögliche Entdeckungsfahrten noch vor den Wikinger und vor allem des Christopher Kolumbus. Diese Hypothesen sind jedoch noch ohne wissenschaftlichen Beweis im Bereich der Archäologie und der DNA.

 

  • Reiseberichte des heiligen Brendan (Irland: 484-577): Navigatio Sancti Brendani: Erkundungsfahrten über den Atlantik hinaus von 565-573 mit 14 weiteren Mönchen;
  • Das Seefahrervolk der Polynesier;
  • Die Chinesen;
  • Die Phönizier!