Die Massensterben in der Erdgeschichte

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In der Wissenschaft werden die Massensterben in der Tier- und Pflanzenwelt auch als "The big five" genannt. Es werden folgende wissenschaftliche Theorien vertreten: 

 

Zeitalter mögliche Ursachen Folgen Auswirkungen
Vor 445 Millionen Jahren Plattentektonik & Pflanzen erobern das Land

Das Aufkommen der ersten Pflanzen und die Verwitterung des Gesteins entziehen der Atmosphäre massiv das Treibhausgas Kohlendioxid

Eiszeit

Absenkung des Meeresspiegels

80-85% aller Tierarten
Vor 365 Millionen Jahren Superplume-Ausbruch (Vulkan) im Meer

Extremes Treibhausklima

Sauerstoffmangel durch Vergiftung von Atmosphäre und Ozeanen

Meeresströmungen kommen zum Erliegen

70-80% aller Tierarten
Vor 250 Millionen Jahren Gigantischer Vulkan-Ausbruch in Sibirien

Der mehrere 100.000 Jahre andauernde Ausbruch bedeckt eine Größe vom Kontinent Europa und erstreckt sich über eine Höhe von 2 Kilometern.

Meeresströmungen kommen zum Erliegen

Sauerstoffmangel durch Vergiftung von Atmosphäre und Ozeanen

 

Die Erwärmung der Ozeane führt dazu, dass sich zuvor gefrorenes Methan-Hydrat aus dem Meeresboden löst und das Treibhausklima zusätzlich anheizt

 

Saurer Regen

Extremes Treibhausklima

Zerstörung der Ozon-Schicht

90% aller Tierarten
Vor 200 Millionen Jahren Der Superkontinent Pangää bricht auseinander

Zerstörung der Öko-Systeme

Sauerstoffmangel durch Vergiftung von Atmosphäre und Ozeanen

75-80% aller Tierarten
Vor 65 Millionen Jahren

Ein 10 Kilometer großer Meteorit schlägt in Yucatan (Mexiko) ein

Zeitgleiche gigantische Erdbeben

Extrem saurer Regen schädigt Tiere & Natur

Jahrzehntelanger vulkanischer Winter durch Aerosole und Rußpartikel

Sauerstoffmangel (massive Algenbildung) durch Vergiftung von Atmosphäre und Ozeanen

Abbruch der Photosynthese

Zerstörung der Ozonschicht

Aufstieg der Säugetiere

70% aller Tierarten
Seit 10.000 v. Chr. Der Mensch

Zerstörung von Lebensräumen und Ökosystemen

Gewollte bzw. ungewollte Ausrottung von Tieren und Pflanzen

Vergiftung von Atmosphäre, Land, Meeren

Treibhauseffekt

 

50% aller Tierarten (Tendenz: Steigend)

 

  • Nicht unerwähnt bleiben darf die Große Sauerstoff-Katastrophe vor ca. 2,4 Milliarden Jahren!
  • Die Atmosphäre bestand hauptsächlich aus Kohlendioxid, Stickstoff, Methan, Ammoniak, Wasserstoff sowie Wasserdampf.
  • Einzellige Bakterien produzierten mittels Photosynthese Sauerstoff.
  • Eine Kettenreaktion führte zu einer extrem langen Eiszeit und löschte eine Vielzahl der Bakterien aus!
  • Bakterien waren die ersten Lebewesen auf der Erde und entwickelten sich vor ca. 3,8 Milliarden Jahren!
  • Diese Organismen entwickelten sich am Meeresgrund in der unmittelbaren Nähe von "schwarzen Rauchern" (Hydrothermale Quellen) und sodann in kohlenstoff- und mineralreihen Flachgewässern.
  • DNA-Analysen ergaben, dass ein Bakterium namens LUCA der gemeinsame Urahn aller Lebewesen auf der Erde gewesen sein musste!
  • Unabhängig von den großen Massensterben fanden "kleinere" Massensterben statt. Ob Zufall oder nicht: Ca. alle 23 Millionen Jahren trifft es Populationen. Die Ursachen hierfür liegen völlig im Dunkeln! Die Wissenschaft spekuliert z.B. über einen Planeten X: Ein Riesenplanet, der jenseits der Planeten Neptun und Pluto und somit am Rande des Sonnensystems seine Bahnen zieht. Im Schlepptau können Kometen, Asteroiden oder Gesteinsbrocken aus dem Kuipergürtel die Erde treffen!

 

Was begünstigt das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten?

 

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  • Kleine Populationen haben extreme Schwierigkeiten, sich veränderten Bedingungen ihrer Umwelt & Lebensweisen anzupassen!;
  • Genetische Veränderungen bei extrem kleinen Populationen durch Inzest!;
  • Ein begrenztes Verbreitungsgebiet bzw. isolierte Lebensräume (Eisbären am Nordpol, Pinguinen u.a. am Südpol) kann bei veränderten Bedingungen zu extremen Anpassungsschwierigkeiten führen!;
  • Spezialisten in ihrer Lebensweise, Umwelt, Ernährung erweisen sich als nicht oder nur schwer anpassungsfähig!;
  • Lange Schwangerschaften und geringe Nachwuchszahlen werden Opfer durch Natur- und Klimatatastrophen!;
  • Verhältnis: Sterbequote/Geburtenquote;
  • Verhältnis: Größe Lebensraum/Körpergröße;
  • Wegfall der Nahrungsgrundlage;
  • Fressfeinde;
  • Stressfaktoren wie z.B.: Umwelt, Sinne, Versauerung der Ozeane, Veränderung von Meeresströmungen etc.;
  • Zerfall des Ökosystems durch die Invasion von Tiere & Pflanzen, Pilzen, Viren oder Bakterien mit Verdrängung der "einhemischen" Arten, Verbreitung von Wüsten, Todeszonen, Vernichtung von Lebensräumen;
  • Störung eines natürlichen Nährstoffkreislaufs (Überdüngung durch den Menschen, Ausscheidungen von Tieren) mit der Folge der Versauerung oder Auslaugung der Böden und des Humus!;
  • Der genetische Flaschenhals: Beinahe hätte es den Homo sapiens, und damit die heutige Menschheit, erwischt. Durch eine gigantische Explosion des Vulkans Toba in Äquatornähe  vor 74.000 Jahren stand die Menschheit vor dem Aus. Schätzungsweise  nur 1.000-10.000 Menschen überlebten einen jahrelangen vulkanischen Winter inkl. globaler Abkühlung. Aufgrund der neuen Lebensverhältnisse, der veränderten Umwelt, des veränderten Klimas erfolgte eine "genetische Anpassung". Menschen, die nicht durch diesen genetischen Flaschenhals passten bzw. sich anpassten, überlebten diese Ur-Katastrophe nicht!;
  • Die Gendrift: Wird eine vom Aussterben bedrohte Spezies gezwungen, sich an die veränderten Lebens-, Umwelt-, Klimabedingungen anzupassen, so verändert sich auch die DNA. Als Beispiele hierfür dienen: 
  • a) Aborigines (Australien) und indigenen Völker (Südamerika): Die DNA veränderte sich durch die voneinander völlig isolierten Gebiete von Generation zu Generation;
  • b) Immnutiät: Vor der neuzeitlichen Entdeckung des amerikanischen Doppelkontinents ab 1492 wurde Europa im Mittelalter von mehreren Epidemien (Grippe, Pocken, Masern, Pest, Salmonellen) getroffen. Die DNA konnte sich sich darauf einstellen und anpassen, so dass eine Epidemie nicht zwangsläufig tödlich verlaufen musste. Die DNA der nord- und südamerikanischen indigenen Völker kannten diese Krankheiten nicht. Ihre DNA konnte keine Immunität bilden und somit trafen die extrem ansteckenden Viren sie mit voller Wucht. Die europäische Besiedelung Amerikas führte zu einem beispiellosen Massenaussterben der indigenen Völker!;
  • Der Mensch:  Invasive Arten, Schrumpfende Lebensräume & Rückzugsorte für bedrohte Tierarten sowie die Wilderei & Jagd!

 

Was begünstigt das Überleben in einer lebensfeindlichen Umwelt?

 

  • Anpassung des Stoffwechsels;
  • Anpassung an veränderten Lebensräumen;
  • Anpassung an veränderte Klima- und Umweltbedingungen;
  • Anpassung der Herzschlag-Rate;
  • Anpassung der DNA (genetischer Flaschenhals);
  • Anpassung des Hormonhaushalts;
  • Anpassung an das Nahrungsangebot;
  • Anpassung an Änderungen des Klimas, der Lebens-, Umgebungs-, Natur- und Umweltbedingungen;
  • Anpassung des Körpers (Größe, Gewicht, Gliedmaßen-Länge, Behaarung, Drüsen);
  • Anpassung an die Fortpflanzungsfähigkeit (Dauer der Schwangerschaft);
  • Immunität gegen Seuchen & Krankheiten.

 

Der Lazarus-Effekt

 

a) Begriffserklärung

 

  • Der Lazarus-Effekt beschreibt die Wiederentdeckung ausgestorben geglaubter Tiere!
  • Die Gründe können unterschiedlicher Natur sein!
  • In Betracht kommen entweder neue Lebensräume, ökologische Nischen (Rückzugsorte) oder ökologische Inseln!

 

Arten ausgestorben gelaubt wieder entdeckt
Quastenflosser vor 70.000.000 Jahren 1938
Chako-Pekari vor 12.000 Jahren 1974
Bayrische Kurzohrmaus 1965 2000
Baumhummer 1920 2001
Inkaratte 1500 2009
Blauaugentäubchen 1941 2015
Pilzzungensalamander 1975 2017

 

b) Beispiel Wolf in Deutschland

 

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung durch Statista

 

  • Der Wolf galt in Deutschland ab dem Jahre 1882 nach dem Abschuss des letzten Exemplares in Bayern, eventuell auch 1904 in Sachsen, als komplett ausgerottet!
  • Nach dem Fall des "eisernen Vorhanges" ab dem Jahre 1989 ff., welcher zuvor Ländern und somit Lebensräume trennte, wurden die Ländergrenzen durchlässig und somit boten sich für die Ausbreitung des Wolfes gen Western und somit Deutschlands neue Perspektiven!
  • Lebensräume boten sich in ökologischen Nischen, beispielsweise verlassene Truppenübungsplätze in Brandenburg oder Sachsen! Ein weiterer Baustein für eine dauerhafte Niederlassung von Wölfen bilden neben der Nahrung, größere Reviere sowie Rückzugsorte für die Welpenaufzucht!
  • Das erste Wolfsrudel wurde im Jahre 2000 in der sächsischen Lausitz gesichtet und somit wiederentdeckt!
  • Schätzungen zufolge befinden sich 500 Wölfe in Deutschland, wobei die Tendenz stark ansteigend ist!
  • Dauerhafte Bleibe für Wolfsrudel oder -paare bilden z.B. die Bundesländer Bayern, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt!
  • Wölfe unterliegen dem Washingtoner Artenschutzabkommen, der EU FFH-Richtlinie (Fauna, Flora & Habitat) sowie dem deutschen Bundesjagdgesetz und dürfen nicht bejagt/erschossen werden!
  • Mit Ausnahme des Herzogtums Luxemburg sind Wölfe nunmehr auf dem gesamten europäischen Festland heimisch! Die größten Wolfspopulationen befinden sich in Osteuropa, im Balkan sowie im Baltikum mit jeweils mehreren tausenden Exemplaren!
  • Wölfe sind sogen. Allesfresser von Wildtieren (Hirsche, Rehe, Wildschweine etc.), Fischen, Hasen, Schafen, Ziegen bis hin zum Aas! Der "Speiseplan" ist freilich nicht immer zum Wohle von Bauern, Schäfern, Jägern oder Züchtern!
  • Wölfe sind jedoch ein unverzichtbarer Baustein im ökologischen Kreislauf von Tier und Natur!