1540 Die Jahrtausenddürre

 

Das Jahr 1540 war in jederlei Hinsicht ein Jahrtausendjahr. Mitten in der kleinen Eiszeit erfasste den gesamten europäischen Kontinent eine gigantische Dürre, wie sie weder zuvor, noch jemals danach erfasst bzw. gemessen worden ist! Eine 30köpfige Forschergruppe veröffentlichte im Jahre 2014 das Untersuchungsergebnis, nachdem mehr als 300 Quellen gesichtet und ausgewertet worden sind! Das Unheil nahm im Februar 1540 seinen Lauf und fand sein Ende im Dezember 1540.

 

Ein kleiner Überblick über das legendäre Katastrophenjahr!

 

  • Erstaunlicherweise können die leistungsstarken Rechner der Wetterdienste diese Katastrophe nicht nachvollziehen und scheitern beim Versuch einer Rekonstruktion!
  • Die Auswertungen über das Katastrophen-Jahr lassen schlimmes befürchten. Man geht davon aus, dass die rekonstruierten Temperaturen des Jahres 1540 u.a. auch den Rekord-Sommer 2003 ziemlich blass aussehen lassen. Alle Indikatoren deuten darauf hin, dass Temperaturen, Hitze, Dürre einmalig sind!
  • Ein sich selbstverstärkender (Albedo-) Effekt sorgte dafür, dass sich die Temperaturen immer weiter erhöhten und die 40 Grad-Marke wohl bei weitem übertrafen!
  • Es gab dreimal soviele Hitzetage als zu Beginn des 21. Jahrhunderts!
  • Erster nennenswerter Niederschlag fiel erst wieder im Dezember! In Brandenburg beispielsweise gab es 26 Wochen keinen Niederschlag! Selbst im Dezember konnte man in den noch warmen Flüssen wie am Rhein baden!
  • Alle Chroniken berichten für dieses Jahr den Eintritt einer Sonnenfinsternis und vereinzelt wird auch über einen Kometen berichtet!
  • Südeuropäische Chroniken berichten über Bittprozessionen in den letzten Monaten des Jahres 1539 und beklagen die extreme Dürre & Hitze!
  • Im gesamten Jahr fiel nur knapp 1/3 der normalen Niederschlagsmenge!
  • Aufgrund des Hitzestresses kam es in der Phänologie zu dramatischen Ereignissen: Mitten im Sommer warfen Bäume ihre kompletten verdorrten Blätter ab, das Getreide gedieh mit wenigen Ausnahmen nicht, Kirschbäume blühten im Herbst ein zweites Mal; Weintrauben verkamen zu Rosinen und gingen mit dem Tau wieder auf; das Gras hatte die Farbe braun ...!
  • In fast allen Teilen Europas herrschte deshalb eine extreme Dürre. zahlreiche Waldbrände verwüsteten Teile Europas, Brunnen versiegten!
  • Flüsse wie der Rhein, Main verkamen zu einem Rinnsal. Die Stadt Lindau am Bodensee konnte zu Fuß durchgegangen werden!
  • Die Böden sowie die Bäume verdorrten komplett! Die Preise für Getreide explodierten während dessen die Preise für den Wein im Keller waren! Die Mühlen konnten wegen des Wassermangels nicht mehr betrieben werden!
  • In Mitleidenschaft gezogen wurden sowohl die Tiere als auch die Landwirtschaft. Nutztiere verdursteten und das Getreide verdorrte auf den Feldern!
  • Menschen starben an der Hitze bzw. erlitteten Krankheiten oder starben daran, verunreinigtes Wasser zu trinken!
  • Ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurden auch die Rebstöcke, so dass die Trauben bereits zu Rosinen verkamen. Der Tau sorgte dafür, dass ein Jahrtausend-Wein mit extrem hohen Zucker- sowie Alkoholgehalt heranwuchs! Der Wein geht auch als "Mordbrenner" in die Geschichte ein!
  • Noch einige Jahrhunderte später soll der Wein noch genießbar gewesen sein!
  • Während des 30jährigen Krieges nahmen schwedische Soldaten 1631 Würzburg ein und fahndeten nach dem Wein. Jedoch wurde dieser vorsorglich eingemauert!  Die letzte Flasche dieses Jahrtausendweins lagert hinter Panzerglas im Bürgerspital Würzburg!