2018 Bombenzyklone Nordamerika

Die Umwelt-Suchmaschine

 

1) Begriffserklärung

 

  • Bomben-Zyklone bzw. Bombogenese sind ein nordamerikanisches Phänomen! Der Begriff wurde von US-Meteorologen in den 1940er Jahren geprägt!
  • Streng genommen handelt es sich bei den Bombenzyklonen um Nor´easter, welche freilich weniger sensationslüsternd klingen!
  • Extrem kalte Luft in Bodennähe sowie in der Atmosphäre, ein stark ausgeprägter Polarwirbel mit einem "Knick Richtung Süden" sowie wärmere atlantische oder pazifische Meeresluft sorgen für einen extrem starken Luftdruckabfall (Mind. 24 Hektorpascal in 24 Stunden oder als Beispiel: 980 Hektorpascal auf 956 Hektorpascal) mit großen Niederschlagsmengen und starken Stürmen!
  • Diese gigantischen Tiefdruckgebiete können auch mit einem Auge, ähnlich eines Hurrikanes, ausgestattet sein!
  • Eine Besonderheit des nordamerikanischen Kontinents ist, dass aufgrund fehlender natürlicher Barrieren wie auf dem europäischen Kontinent (Alpen, Pyrenäen, Nordsee, Ostsee, Atlantik, Mittelmeer) eine Erwärmung punktuell nicht erfolgen kann und (Un-) Wetterlagen eine Nord-Süd bzw. Bewegung einnehmen!

 

2) Der Verlauf

 

  • Im Dezember waren Teile des nordamerikansichen Kontinents Temperaturen im zweistelligen Minusgrad, ausgesetzt!
  • Am 02.01.2018 entwickelte sich vor dem US Bundesstaat Florida das Tiefdruckgebiet Grayson, welches sodann Richtung Norden wanderte! Da sich Tiefdruckgebiete gegen den Uhrzeigersinn bewegen, hatte das Tiefdruckgebiet wärmere Meeresluft im Gepäck!
  • Der Polarwirbel hatte einen Knick Richtung Süden, und schaufelte extrem kalte arktische Luft in Richtung Süden!
  • Als die Luftmassen kollidierten, kam es zu einem erheblichen Luftdruckabfall von 59 Hektorpascal innerhalb von 24 Stunden, so dass sich ein sogen. Bombenzyklone bilden konnte!
  • Tief Grayson bildete ein Auge, ähnlich dem eines Hurricanes!
  • Am 08.01.2018 löste sich das Tiefdruckgebiet Grayson und somit auch der Bombenzyklone, auf!

 

3) Die Folgen

 

  • Bombenzyklone sind keine Seltenheit auf dem nordamerikanischen Kontinent, jedoch wird das Tief Grayson aufgrund seiner Heftigkeit und seinen Auswirkungen als stärkstes Ereignis der letzten 50 Jahre eingeschätzt!
  • Die Temperaturen stürzten auf stellenweise auf unter -35 Grad Celsius und weniger, ab!
  • Der Sturm hatte zum Teil Orkanstärke mit Böen um mehr als 118 Stundenkilometern!
  • Stellenweise fielen innerhalb von 2 Tagen mehr als 50cm Neuschnee, welche durch die Schneeverwehungen aufgetürmt wurden!
  • Die eisigen Temperaturen führten zum Zufrieren größerer Flüsse und Seen!
  • Der sogen. Windchill, ein Zusammenspiel zwischen tatsächlicher Temperatur sowie Windgeschwindigkeit, führte zu einer sogen. gefühlten Temperatur von unter -50 Grad Celsius und weniger!
  • Das Tiefdruckgebiet Grayson sorgte zudem für sogen. Sturmfluten, welche zu größeren Überschwemmungen insbesondere im nordöstlichen Küstenbereich Nordamerikas, führten!
  • Erstmals seit dem Jahre 1989 wurde im Sonnenstaat Florida Schneefall registriert! In Tallahassee fiel zwar nur 0,5 cm Neuschnee, jedoch hatte diese Kältewelle Folgen für die Tierwelt!
  • Kaltblüter wie Leguane regulieren ihre Körpertemperatur sowie Durchblutung über den Stoffwechsel und fallen ab einer Temperatur von 10 Grad Celsius und weniger in eine Art Kälteschlaf und wachen freilich bei einer Temperaturerhöhung wieder auf!

 

4) Die Zukunft

 

  • Kurioserweise kann die anthropozäne Erderwärmung, insbesondere des Abschmelzens des arktischen Meereises sowie der grönländischen Gletscher, in den Wintermonaten zu einer Häufung von extremkalten sowie schneereichen Winter auf der Nordhalbkugel, führen!
  • Dies zeigen Computersimulationen der NASA sowie der 5. Sachstandsbericht des IPCC, des sogen. Weltklimarats!
  • Als Gründe werden die Instabilität des Polarwirbels bzw. Jetstreams sowie eine sogen. Aussüßung und somit Abschwächung der "Wärmeheizung" des Golfstroms, genannt!
  • Zudem befindet sich durch die Erderwärmung und somit auch der Weltmeere, erheblich mehr Energie an Wasserdampf in der Atmosphäre, welche eine Zunahme von extremen Wetterereignissen (Intensität von Stürmen und Niederschlägen) bewirken kann!
  • Als Unsicherheit dient freilich der Albedo-Effekt von reflektierenden Eis- und Schneeflächen auf den Permafrostböden in Alaska, Kanada sowie Sibirien, welche bei einer zunehmenden Erderwärmung weiter auftauen werden! Dunklere Flächen (Tundra, Gras, Schlamm) speichern die Sonnenwärme, während hellere Flächen (Eis, Schnee) die Sonnenwärme "ungespeichert" wieder abgeben!