1613/1784/1927/ 1962/ 1997/2002 Überschwemmungen

 

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1) 1613: Die Thüringer Sintflut

 

  • Erstaunlich gut rekonstruierbar ist die Sintflut vom 29.05.1613, die große Teile Thüringens flutete!
  • Es entluden sich extrem schwere Gewitter mit massiven Regenfällen!
  • Viele Flüsse schwollen innerhalb weniger Stunden um mehrere Meter an!
  • Die Infrastruktur wurde extrem in Mitleidenschaft gezogen! Neben der Vernichtung des Humus und der Böden wurden zahlreiche Häuser zerstört!
  • Die Naturkatastrophe forderte 2.261 Todesopfer!

 

2) 1784: Der Jahrhundert-Eisgang

 

  • Überschwemmungen müssen nicht immer zwangsläufig von schweren Niederschlagsereignissen, so z.B. Starkregen, tagelange sintflutartige Regenfälle, stammen!
  • Mehrere mitteleuropäische Länder wurden im Jahre 1784 von gigantischen Überschwemmungen heimgesucht!
  • Die Katastrophen nahmen Ende Februar/Anfang März 1784 ihren unheilvollen Lauf, als nach einem sehr strengen und schneereichen Winter mit Frostperioden von mehreren Monaten (Mainfranken: 13 Wochen) ein unglaublicher Temperaturanstieg mit starken Regenfällen innerhalb kürzester Zeit die Eisflächen abschmelzen liess!
  • Aufgrund des extrem schnellen Tauwetters setzte ein Eisgang mit nachfolgendem Eisstau ein! Diese Phänomene treten dann ein, wenn ein Temperaturanstieg die Eisflächen schmelzen lässt und sich die gelösten Eisblöcke stapeln. Durch das Fliesswasser werden die Eisblöcke angeschoben!
  • Bei dieser Katastrophe sorgte der Eisgang, Eisstau sowie das Schmelzwasser in meheren Ländern zum Einen für Überschwemmungen und zum Anderen für schwerste Zerstörungen der Infrastruktur! Abschmelzende Schneemassen der Alpen sowie der Mittelgebirge sorgten darüber hinaus für großen Nachschub an Schmelzwasser und trugen somit ihren Anteil an den gewaltigen Wassermassen!
  • Zu nennen sind u.a. Köln (Rekordpegelstand: 13,84 Meter) mit 65 Todesopfern; Mülheim/Rhein (komplette Zerstörung); Weilburg, Dresden, Meißen, Würzburg und Heidelberg (jeweils zerstörte Brücken).
  • In Dresden stieg der Flusspegel stündlich um bis zu 32cm. Der Pegel-Höchststand mit 8,57m wurde am 01.03.1784 erreicht! Es wurde eine Durchflussgeschwindigkeit von 5200m³/Sekunde errechnet.
  • Schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden vor allem das Elbtal sowie nahe an den großen Flüssen gelegene Orte!

 

3) 1927: Die Sintflut des Erzgebirges

 

  • In Verbindung mit einer Vb-Wetterlage können die Niederschläge jedoch gigantische Ausmaße annehmen.
  • Die sehr gut dokumentierte Sintflut im Erzgebirge vom 08.07.1927 erbrachte Niederschläge von mind. 226 Litern/Quadratmetern innerhalb von wenigen Stunden.
  • Dies entspricht den Inhalt einer Badewanne!
  • Es folgten weitere extreme Niederschläge, die jedoch nicht weiter gemessen werden konnten, weil die Messstationen dem Unwetter zum Opfer gefallen ist. 
 
4) 1962: Die Hamburger Sturmflut
 
  • Bekanntlich treten u.a. an der Nordsee innerhalb eines Tages 2 Ebbe- sowie 2 Flut-Ereignissee auf!
  • Die deutsche Nordseeküste wurde am 16. und 17.02.1962 von einer Sturmflut heimgesucht!
  • Hierbei war der Orkan Vincinette mit Windgeschwindigkeiten von 130 Stundenkilometern die treibende Kraft! Zudem herrschte eine Neumond-Phase, welche Ebbe- und Flutphasen entscheidend in ihren Geschwindigkeiten beeinflusst!
  • Deichbrüche an genau 63 Stellen waren zu verzeichnen!
  • Hamburg wurde zu knapp 1/6 geflutet, was 120 Quadratkilometern entspricht!
  • In Hamburg starben 315 Menschen. Zudem wurden 20.000 Hamburger obdachlos und mehr als 8.000 zerstörte Gebäude waren zu beklagen! Es starben z.B. 20.000 Tiere aus Kleingartenanlagen, 2.500 Schweine, 1.500 Rinder, 125 Pferde, 90 Schafe uvm.!
  • Der damalige Hamburger Innensenator und spätere Bundeskanzler Helmut Schmidt koordinierte energisch die damaligen Hilfsmaßnahmen, so z.B. die Hinzuziehung der stationierten NATO-Streitkräfte, Bundeswehr...!
  • Freilich war das Krisenmanagement von Helmut Schmidt sehr unkonventionell, unbürokratisch und die damalige Rechtslage (Grundgesetz) sowie Zuständigkeiten wurden sehr großzügig ausgelegt und prägten das Bild von Helmut Schmidt als Macher!
  • Die Hamburger Sturmflut richtete Schäden von mind. 750 Millionen Deutscher Mark, an!
  • Zwar wurden sowohl die Nordseeküste als auch die Stadt Hamburg im weiteren Verlauf wiederholt von Orkanen sowie Sturmfluten heimgesucht, die Stärkung des Küsten- und Deichschutzes und erhöhte Deich- und Abflußanlagen sorgten dafür, dass Unwetterereignisse weniger Schaden nahmen!
 

5) 1997: Die Oderflut

 

  • Ausgangslage für die unwettartigen Regenfälle war eine Vb-Wetterlage!
  • Das Unheil nahm mit intensiven Regenfällen in Polen sowie Tschechien zwischen dem 04.07. bis 07.07.1997 seinen Lauf! im Durchschnitt fielen mehr als 150 Liter/m²! Spitzenreiter waren die Orte Pec Pod Snezkou (234 Liter), Praded (359 Liter) sowie Lysa Hora (415 Liter)! In weiteren Teilen Polens, Tschechiens sowie Österreich wurden innerhalb dieser 4 Tage die Niederschlagsmenge eines ganzen Monats, vereinzelt wurden in den Alpen die doppelte Niederschlagsmenge eines ganzen Monats erreicht! Dies führte zur Sättigung der Böden mit Wasser!
  • Ein weiteres extremes Niederschlagsgebiet erreichte vom 18.07. bis 21.07.1997 sodann auch Deutschland, Tschechien, Slowakei und Österreich! Das zweite Niederschlagsgebiet sorgte dafür, dass Südpolen, Osttschechien nunmehr mit der 3-5fachen Niederschlagsmenge eines Sommers getroffen worden sind! Einsamer Spitzenreiter war Lysa Hora mit nunmehr 811 Litern/m²! Zum Vergleich: Das jährliche Niederschlagssoll liegt in Deutschland bei 789 Litern/m²!
  • Am stärksten betroffen waren Tschechien, Polen und Deutschland!
  • Am schlimmsten getroffen war der Fluss Oder!
  • Es kam zu umfangreichen Hilfsmaßnahmen sowohl von der Bundeswehr, als auch von DRK, technischem Hilfswerk sowie umfangreichen Spenden!
  • Die Bundeswehr betätigte sich im Zeitraum: 18.07. bis 10.10.1997 mit insgesamt 30.000 Soldaten an den Hilfsarbeiten!
  • In Tschechien begann das Unheil der Fluten am 08.07., in Polen am 09.07., sowie in Deutschland ab dem 17.07.1997! Die ersten Hochwasserwarnungen für das Bundesland Brandenburg ergingen am 08.07.1997. Hinzu kamen Verstärkungen der Deiche sowie ab dem 22.07.1997 Evakuierungsmaßnahmen der Bevölkerung!
  • Die letzten Arbeiten waren im November 1997 abgeschlossen!
  • Durch die aufgeweichten Böden, Deiche sowie den Fluten wurden Weltkriegsmunitionen hochgespült!
  • Die Schäden wurden in Polen und Tschechien auf 3,8 Milliarden Euro sowie in Deutschland auf 330 Millionen Euro taxiert!

 

6) 2002: Die Elbeflut

 

  • Ausgangslage für die unwettartigen Regenfälle zwischen dem 06.08. und 13.08.2002 war eine Vb-Wetterlage! Bereits das erste Niederschlagsereignis mit 200 bis 380 Liter/m² führte zur Sättigung der Böden mit Wasser!
  • Eine wahre Sintflut ereignete sich am 12.08./13.08.2002! Innerhalb von 24 Stunden wurden die Niederschlagsmengen eines ganzen Sommers erreicht! Hierbei variierten die Mengen: 100 Liter/m² sowie 200-380 Liter/m²!
  • Am stärksten betroffen waren Ost-Deutschland (Sachsen und Brandenburg), Österreich sowie Tschechien!
  • Die Einzugsgebiete um die Flüsse Donau und Elbe wurden am heftigsten getroffen!
  • Auch hier beteiligten sich die Bundeswehr und viele Hilfseinrichtungen!
  • Wohl erstmalig in der jüngeren deutschen Geschichte veränderte eine Naturkatastrophe den Lauf der politischen Geschichte! Flankiert von unbürokratischen politischen Handelns "spülte" die Flutkatastrophe die deutschen Regierungsparteien wieder an die Spitze bei der Bundestagswahl 2002!
  • Die Schäden beliefen sich in Tschechien sowie Österreich auf jeweils 3 und in Deutschland auf ca. 9 Milliarden Euro taxiert!

 

7) 1342: Die Magdalenenflut

 

  • Die Magdalenenflut brachte im Juli 1342 Mitteleuropa beispiellose Verwüstungen! 
  • Dieser gewaltigen Naturkatastrophe wurde ein eigenes Kapitel gewidmet!
  • Hier geht es zum Kapitel!

 

8) Folgen

 

  • Die Folgen einer Flut oder eines extremen Hochwassers sind vielfältig!
  • Zu nennen sind insbesondere:
  • - Zerstörung von Infrastrukturen (Humus, Böden, Straßen, Häuser, Kläranlagen etc.)
  • - Kosten für die Versicherungen, den Menschen und ggf. dem Staat
  • - Einbruch der Volkswirtschaft etc.

 

9) Ursachenforschungen I

 

  • VB-Wetterlage/Störung der nordatlantischen Oszillation (NAO): In der Regel bilden ein Hochdruckgebiet über den Azoren und ein Tiefdruckgebiet über Island eine Art Schaukel mit dem Austausch von warmer bzw. kalter Luft in großer Höhe in den sogen. gemäßigten Breiten auf dem europäischen Kontinent. Diesen Normalzustand nennt man positive NAO! Verhält es sich jedoch genau umgekehrt (negative NAO) und es bildet sich ein Hochdruckgebiet über Island, so müssen die Tiefdruckgebiete nunmehr den Weg über den Atlantik sowie über das Mittelmeer, wo sich normalerweise das Azorenhoch befinden sollte, nehmen! Auf dem Mittelmeer und mit extrem viel Wasserdampf ankommend, braucht es nur noch einen Funken, um die extremen Wassermassen zu entladen! Dieser Funken ist der Golf von Genua sowie die Alpen! An den Alpen gibt es in großer Bodenhöhe einen "Damm" und die Wassermassen entladen sich mit ungeheurer Wucht! Diese Wetterlage ist eine weitere Singularität und nennt sich VB-Wetterlage!
  • Jetstream: Damit ist der Austausch von Luftmassen in großer Höhe gemeint. In der Regel tauschen sich Kaltluft (Arktisch bzw. antarktisch) und Warmluft (Meereströmungen, Kontinental) und sorgen für die Bildung von Hoch- und Tiefruckgebieten.
  • Hoch- und Tiefdruckgebiete: Tiefdruckgebiete drehen sich gegen dem Uhrzeigersinn, Hochdruckgebiete drehen sich im Uhrzeigersinn und sorgen für Kalt- bzw. Warmluftvorstösse.
  • Meeresströmungen: Die Wärme der Weltmeere hängt von der Breitengrade ab. Je näher sie sich am Äquator befinden, desto mehr Wärmenergie tragen diese in sich. Je näher sie sich an den Polen befinden, desto mehr Kälteenergie tragen diese in sich.
  • Verhältnis von Wärme/Kälte: Generell ist die Warmluft weniger kompakt als Kaltluft und ist somit leichter und transportfähiger.
  • El Nino: El Nino beeinflusst im ganz erheblichen Maße die globale Meeresströmung! Dieses ist die größte Meeresströmung überhaupt. Abflauende Passatwinde im Äquatorbereich sorgen dann dafür, dass auf der Vorderseite (Südamerika) Warmluft vorstösst und sich die Temperatur des Meeres in diesem Bereich um bis zu 7 Grad Celsius erwärmt. Auf der Rückseite (Ozeanien) herrschen extreme Dürre und Waldbrände.
  • Störungen im Druckbereich (Hektorpascal): Der Austausch von Kalt- und Warmluft in Bodennähe sowie im Jetstream sorgen für Druckaufbau (Hochdruckgebiete) bzw. Druckabfall (Tiefdruckgebiete) in der Atmosphäre. Tiefdruckgebiete hatten einen extrem markanten Hektorpascal-Bereich, welcher sich fast denen der Hochdruckgebiete annäherte!
  • Tief Mitteleuropa: Es ist eine von vielen Wetter-Singularitäten wie z.B.: Nordatlantische Oszillation (Azorenhoch/Islandtief), Sibirien-Hoch (Russische Kältepeitsche im Winter) oder der Siebenschläfer-Tag. Diese sind Teile von Wetterindikatoren, für eine zum Teil über mehrere Wochen stabile Wetterlage. Das Tiefdruckgebiet ähnelt einem Trog und ist mit extremer Feuchtigkeit aus dem Atlantik oder der Nordsee, gestättigt. Umringt von Hochdruckgebieten (Azoren-, Skandinavien- oder Russland-Hoch) regnet sich der Trog ab! Zum Teil entladen sich die Niederschlagsmengen eines oder mehrerer Monate innerhalb von 24-72 Stunden!
  • Die Ortsfestigkeit von Hoch- und Tiefdruckgebieten: Durch Störungen im Jetstream und im Hectorpascal-Bereich verharrten nunmehr diese Gebiet nahezu ortsfest. Tiefdruckgebiete, die sich in der Regel auf dem Meer bilden, konnten sich nunmehr durch die erwärmte Meeresströmung "ernähren" und mit Energie versorgen. Nachdem ein geringer Austausch der Luftmassen in Bodennähe und im Jetstream stattfand, entluden sich die Tiefdruckgebiete punktuell über Deutschland und sorgten für die extremen Niederschlagsmengen!

 

10) Ursachenforschungen II

 

  • Regenmengen;
  • Tauwetter;
  • Sättigung der Böden durch Feuchtigkeit;
  • Flussbegradigungen;
  • Eisstau;
  • Eisgang;
  • Verbauung von Flussbetten, Auen sowie weiteren natürlichen Rückhaltebecken!

 

11) Sintflutartige Niederschläge

 

a) Atmosphärischer Fluss (Arkstorm)

 

  • Ein "Cousin" der Vb Wetterlage ist der atmosphärische Fluss! Es handelt sich um ein Niederschlagsband mit extremer feuchter & gesättigter Luft (Bänder mit einer Höhe von ca. 1-2 Km sowie 400-600 Km Breite und mehrere 1000 Km Länge). Dieser transportiert gewaltige Wassermassen und kommt sowohl auf dem nordamerikanischen Kontinent als auch in den europäischen Breitengraden vor. Innerhalb kürzester Zeit können sich die Niederschlagsmengen eines oder mehrerer Monate oder sogar eines Jahres über ein Gebiet entladen.
  • Das Ereignis kann sich über mehrere Wochen/Monate austoben! Statistisch gesehen ist ein zerstörerischer Atmosphärischer Fluss ca. alle 200 Jahre der Fall.
  • a) Nordamerika:
  • In jüngerer Vergangenheit wurde der amerikanische Bundesstaat zuletzt am 24.12.1861 heimgesucht. Die gewaltigen Wassermassen brachten 40 Tage lang ununterbrochene sintflutartige Regenfälle mit sich.
  • Bohrungen und Auswertungen von Flusssedimenten ergaben für die Jahre 1100, 1400, 1605 & 1705 ebenfalls ein Atmosphärischer Fluss-Ereignis.
  • b) Europa:
  • Europa wurde ebenfalls von mehreren Atmosphärischen Fluss-Ereignissen getroffen. Beispielhaft seien folgende Zeiträume zu nennen:
  • a) Mai 886 bis Juli 886;
  • b) 24.06.1159 bis 29.09.1159;
  • c) 15.09.1168 bis 12.11.1168 (Italien);
  • d) Mai 1169 bis Februar 1170;
  • e) Mai 1174 bis Januar 1175;
  • f) Mai 1275 bis Dezember 1275;
  • g) 15.05.1201 bis 08.09.1201 (England);
  • h) Dezember 1206 (Mitteleuropa & England);
  • i) 07.10.1219 bis 24.12.1219;
  • j) Pfingsten 1258 bis Weihnachten 1258 (Frankreich & Italien);
  • k) Mai 1275 bis Dezember 1275
  • l) 1342 (Verteilt über das ganze Jahr);
  • m) 1501 (Verteilt über das ganze Jahr); 
  • n) Januar 1566 bis August 1566!

 

b) Nor´easter

 

  • Ein Nor´easter ist ein großflächiges Tiefdruckgebiet, welches sich im Nordosten der USA & Kanada "austobt". Die "Zutaten" sind niedrige Temperaturen mit extremen Starkregen, Schneefällen & Orkanen. In seltenen Fällen bildet sich analog eines Hurrikanes ein Auge. Ein Nor´easter-Ereignis dauert im Gegensatz zu einem Blizzard mehrere Tage!
  • Ein Nor´easter bezieht seine weiteren "Zutaten" aus extrem kalter aus der Bodennähe sowie aus der Atmosphäre. In jüngerer Vergangenheit ist zudem ein "Abknicken" des Jeatstreams (Polarwirbel) zu beobachten! Die extrem kalte Luft vereinigt sich mit wärmer Meeresluft des Pazifiks oder des Atlantiks und bezieht dadurch seine Energien für sehr starke Stürme und extremen Schneemengen! Neben Temperaturen von bis zu -40 Grad Celsius können Neuschneemengen von mehr als 150 Liter bzw. 1,50 Meter Höhe auftreten! Stürme und Orkane türmen diese Schneeverwehungen weiter auf! Ortschaften, Bundesstaaten werden von der Außenwelt abgeschnitten!
  • Die bekanntesten Nor´easter sind:
  • a) 11.03. bis 14.03.1888 (Der große Schneesturm);
  • b) 06.03. bis 08.03.1962 (Aschermittwochsturm);
  • c) 02.02. bis 05.02.1976 (Groundhog Day);
  • d) 28.10. bis 02.11.1991 (Perfect storm);
  • e) 02.01. bis 08.01.2018 (Bombenzyklone: Tief Grayson).

 

12) Unwetterartige Abflussmengen

 

  • In der neueren Meteorologie hat sich der Begriff "unwetterartige Abflussmengen" etabliert!
  • Hiermit wird das Phänomen umschrieben, dass ein sehr schneller und extremer Wärmeschub mit stark ansteigenden Temperaturen zum Einen Tauwetter mit Schneeschmelzen selbst bzw. vor allem in den Hochlagen der Mittelgebirgen (z.B.: Schwarzwald, Schwäbische Alb, Bayrische Alpen) und zum Anderen starke Regenfälle und Winde mit Sturm- oder sogar Orkanstärke zur Folge hat!
  • Die fatale Mischung aus
  • a) der Sättigung der Böden;
  • c) großen Mengen Schmelzwassers;
  • d) starken Regenfällen und
  • e) hohen Windgeschwindigkeiten ergeben eine extrem hohe Hochwassergefahr in Verbindung mit hohen Durchflussgeschwindigkeiten der Flüsse!
  • Gletscher, Eis und Schnee bilden vor allem in den Hochlagen eine Art Kitt, die das Gestein sowie das Geröll der Gebirge zusammenhält! Durch steigende Temperaturen sind nicht nur das Abschmelzen der Gletscher in Verbindung mit Schmelzwasser und Lawinen zu beobachten, sondern auch Moränen. Hiermit werden Gerölllawinen umschrieben!

 

13) Niederschlagsrekorde Deutschland

 

Ereignis Datum Menge Ort
8 Minuten 25.05.1920 126 Liter/m² Füssen/Bayern
1 Stunde 15.09.1968 200 Liter/m² Miltzow/Mecklenburg-Vorpommern
2 Stunden 28.07.2014 245 Liter/m² Münster/Nordrhein-Westfalen
24 Stunden 12.08./13.08.2002 353 Liter/m² Zinnwald/Sachsen
3 Tage 07.07. bis 10.07.1954 458 Liter/m² Stein/Landkreis Rosenheim (Bayern)
Monat Juli 1954 779 Liter/m² Stein/Landkreis Rosenheim (Bayern)
12 Monate 12/1943 bis 11/1944 3661 Liter/m² Purtschellerhaus/Berchtesgadener Land
Jahr 1970 3503 Liter/m² Balderschwang/Allgaü

 

14) Was ist möglich?: Niederschlagsmengen in Deutschland

 

  • Nach einer Studie des deutschen Wetterdienstes im Auftrag des Deutschen Verbandes für Wasserwirtschaft und Kulturbau, aus dem Jahre 1997 sind folgende Niederschlags-Maxima möglich!

 

Ereignis Menge Ort
24 Stunden 375 Liter/m² Ostbrandenburg
24 Stunden 800 Liter/m² Bayrische Alpen
72 Stunden 445 Liter/m² Ostbrandenburg
72 Stunden 1340 Liter/m² Bayrische Alpen