2010 Weisse Weihnacht

Die Umwelt-Suchmaschine

 

1) Weiße Weihnachten

 

  • Der Traum von weißen Weihnachten mit schneebedeckten Landschaften ist jüngeren Datums! Der Ursprung liegt wohl bei den europäischen Siedlern in Nordamerika!
  • Ab Mitte des 19. Jahrhunderts waren Postkarten mit weihnachtlichen Grüßen aus dem verschneiten Nordamerika  in die europäische Heimat "en Vogue"!
  • Die Vorstellung von weißen Weihnachten ist eng verbunden mit den Weihnachtsliedern, in denen der Schnee besungen wird:
  • a) O Tannenbaum;
  • b) Leise rieselt der Schnee;
  • c) White christmas!
  • Das Gegenpendant zu weiße Weihnachten sind die grünen Weihnachten! Hiermit wird das Fehlen einer Schneedecke beschrieben! Diese Wetter-Singularität umschreibt z.B. eine Westwind-Wetterlage mit extrem milder Atlantikluft! Am 24.12.2012 wurde eine Tageshöchsttemperatur von 20,7 Grad in München sowie 10-18 Grad im restlichen Bundesgebiet, gemessen!

 

2) Wetter-Singularität

 

  • Der europäische Winter wird von vielen Wetter-Faktoren bestimmt!
  • Zu nennen sind insbesondere:
  • a) Ausprägung Azoren-Hoch/Island-Tief;
  • b) Sibirsches oder skandinavisches Kältehoch;
  • c) Höhenwinde (Höhentief, Jetstream und Polarwirbel);
  • d) Temperaturen;
  • e) Albedo-Effekt (Schnee- und Eisflächen geben Erdwärme ab und sorgen für eine weitere Auskühlung);
  • f) Niederschlagsgebiete;
  • g) Atlantische Westwind-Wetterlage;
  • h) Vb-Wetterlage (Genua-Tief);
  • i) Dem Golfstrom als Wärmeheizung.

 

3) Statistiken

 

  • Flächendeckende weiße Weihnachten in Deutschland sind eine wahre Rarität!
  • In jüngerer Vergangenheit gab es weiße Weihnachten zuletzt in folgenden Jahren:
  • a) 1956;
  • b) 1981;
  • c) 2010!
  • Die Chancen für weiße Weihnachten sehen in nachfolgenden Städten wie folgt aus:
  • a) 40%: München;
  • b) 20%: Berlin;
  • c) 20%: Dresden;
  • d) 11%: Frankfurt;
  • e) 11%: Hamburg;
  • f) 10%:  Für das komplette Rheinland!

 

4) Gesamtbetrachtung: Dezember 2010

 

  • Der Monat Dezember war sehr kalt und sehr schneereich!
  • Die bundesweiten Durchschnittstemperaturen lagen bei -3,5 Grad Celsius!
  • Die bundesweiten Durchschnittsniederschlagsmengen lagen bei 84 Litern/m²!
  • Die bundesweite Sonnenscheindauer lag bei 29 Stunden!
  • Der Monat war geprägt durch eine Störung des Jetstreams! Azoren-Hoch und Island-Tief tauschten während des ganzen Monats die Plätze!
  • Über Island bauten sich immerzu extrem starke Hochdruckgebiete (Rekordwert: Mehr als 1070 Hectorpascal) auf!
  • Über dem Atlantik mussten Tiefdruckgebiete den Umweg über die Azoren sowie dem Mittelmeer nehmen und entluden sich über den Alpen! Über Deutschland lagen extreme Temperaturgegensätze! Zum Einen die ausgekühlte Festlandsluft mit sehr kalten Temperaturen und zum Anderen die mit Feuchtigkeit gesättigte Warmluft!
  • Die Folgen waren massive Schneefälle!
  • Die für das Weihnachtstauwetter berühmt-berüchtige Westwind-Wetterlage fiel praktisch komplett aus!

 

5) Temperaturen und Niederschlage im Dezember 2010

 

Bundesland Temperaturen Niederschläge Sonnenscheindauer
Baden-Württemberg -2,4 Grad 125 Liter/m² 35 Stunden
Bayern -3,5 Grad 93 Liter/m² 30 Stunden
Berlin -4,6 Grad 63 Liter/m² 19 Stunden
Brandenburg -4,7 Grad 58 Liter/m² 26 Stunden
Bremen -3,3 Grad 56 Liter/m² 48 Stunden
Hamburg -3,6 Grad 45 Liter/m² 41 Stunden
Hessen -3,4 Grad 83 Liter/m² 21 Stunden
Mecklenburg-Vorpommern -4,2 Grad 52 Liter/m² 29 Stunden
Niedersachsen -3,6 Grad 60 Liter/m² 30 Stunden
Nordrhein-Westfalen -2,6 Grad 75 Liter/m² 21 Stunden
Rheinland-Pfalz -2,5 Grad 89 Liter/m² 24 Stunden
Saarland -2,2 Grad 120 Liter/m² 25 Stunden
Sachsen -4,6 Grad 90 Liter/m² 34 Stunden
Sachsen-Anhalt -4,5 Grad 67 Liter/m² 30 Stunden
Schleswig-Holstein -3,8 Grad 41 Liter/m² 44 Stunden
Thüringen -4,5 Grad 81 Liter/m² 27 Stunden

 

6) Gesamtbetrachtung: Weihnachten 2010

 

  • Eine Punktlandung landete der Traum von weißen Weihnachten mit massiven Schneefällen pünktlich an Heiligabend! Selbst die schneearmen Gebiete rund um die Nordsee bekamen eine reichliche Schneepracht ab!
  • 24.12.2010: Hoch Yannick "wanderte" von Island zu den britischen Inseln. Tief Scarlett hatte seinen Kern direkt über den Alpen!
  • 25.12.2010: Hoch Yannick verharrte bei den britischen Inseln. Tief Scarlett nahm Kurs Richtung Balkan! Das umfangreiche Tief zog eine sogen. "Perlenkette" hinter sich her, welches zum Einen bis ins östliche Mittelmeer/Nordafrika und zum Anderen bis in die Biscaya reichte!
  • 26.12.2010: Hoch Yannick "wanderte" über den Ärmelkanal nach Frankreich! Tief Scarlett teilte sich auf! Tief Scarlett I befand sich über Russland und Tief Scarlett II drehte über dem Golf von Genua seine Kreise!

 

7) Temperaturen Weihnachten 2010

 

Tag Norden Osten Mitte Süden
24.12. -2 Grad / -10 Grad -2 Grad / -8 Grad -4 Grad / -10 Grad 0 Grad / -6 Grad
25.12 -8 Grad / -15 Grad -7 Grad / -16 Grad -8 Grad / -23 Grad -4 Grad / -22 Grad
26.12. -6 Grad / -14 Grad -6 Grad / -14 Grad -6 Grad / -16 Grad -10 Grad / -17 Grad

 

8) Schneemengen Weihnachten 2010

 

Mittelgebirge Schneehöhen (27.12.2010)
Bayrische Alpen 145 cm
Brocken 160 cm
Feldberg 57 cm
Fichtelberg 140 cm
Großer Arber 117 cm
Kahler Asten 83 cm
Rhön 77 cm
Wendelstein 83 cm
Zugspitze 148 cm
Stadt Schneehöhen (27.12.2010)
Aachen 33 cm
Arkona 16 cm
Augsburg 8 cm
Bamberg 21 cm
Berlin 26 cm
Cottbus 24 cm
Cuxhaven 11 cm
Dresden 31 cm
Düsseldorf 20 cm
Emden 17 cm
Erfurt 45 cm
Fehmarn 11 cm
Frankfurt 10 cm
Gießen 12 cm
Hamburg 19 cm
Hannover 24 cm
Helgoland 11 cm
Karlsruhe 20 cm
Kiel 11 cm
Köln 14 cm
Konstanz 9 cm
Leipzig 31 cm
List/Sylt 11 cm
München 3 cm
Norderney 5 cm
Nürnberg 25 cm
Potsdam 33 cm
Rostock 21 cm
Schleswig 28 cm
Schwerin 21 cm
Stuttgart 18 cm
Trier 24 cm
Würzburg 24 cm

 

9) Randnotizen: Vulkanausbruch sowie Wald- und Torfbrände

 

  • Ob Zufall oder nicht. Im Jahre 2010 beherrschten 2 Ereignisse vorübergehend die Schlagzeilen!
  • Zum Einen war es der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull und zum Anderen Wald- und Torfbrände in Russland!
  • a) Der Vulkan Eyjafjallajökull brach vom 20.03. bis 12.04.2010 aus! Ausgetretene Gase sowie Vulkanasche und Aerosole sorgten für die Einstellung des europäischen sowie atlantischen Flugverkehrs vom 15.04. bis 21.04.2010! Dem Vulkanausbruch gingen Erdbeben mit der Stärke 2,5 voraus! Die Zerstörungskraft von Vulkanausbrüchen misst sich an dem Vulkanexplosivitätsindex und wurde mit der Stärke 4 bewertet!
  • b) Wald- und Torfbrände suchten im Juli und August 2010 Russland heim! Eine sehr lange Hitzewelle sorgte für 700 Brände auf einer Fläche von ca. 188.500 Hektar Land! Es wurden enorme Mengen an Kohlendioxid, Kohlenmonoxid und anderen Gasen freigesetzt!
  • Es wird nicht zu klären sein, inwieweit der isländische Vulkanausbruch im April 2010 und die russischen Wald- und Torfbrände im Zusammenhang mit dem Dezember-Wetter zusammenhängen!